32. Tag; Mo. 15. September 2014: Taize – Cluny/Esslingen; ~11km

Als ich gestern meinen Tiefpunkt erreicht hatte, war der Punkt gekommen, an dem ich zurück nach Esslingen wollte. Ein Monat reicht mir. In Taize hab ich am Schwarzen Brett nach einer Mitfhargelegenheit gesucht, allerdings keine gefunden.

In der Morgenandacht, wurde „der Leib und das Blut Christi“ vergeben, um den „Bund zu erneuer“. Als Vegetarienerin hab ich mich da mal vornehm zurück gehalten 😉

Danach gab’s Frühstück, in Form eines Brötchens, ein Klötzchen Butter und zwei Stangen Schocki, die mich an die Hundeleckerli erinnern. Besteck gibt’s keins, d.h. das Brötchen mit den Händen auseinanderreißen, die Butter mit der Verpackung drauf verteilen und die Schocki dazwischen klemmen. Dazu gibt’s nich einen zuckersüßen Kaba und so ist mir bereits nach dem Frühstück leicht übel.

Nun geht’s doch noch auf der Voie Verte 11km bis nach Cluny. Ziel erreciht. Ab hier hab ich ohnehin keinen Reisefüherer mehr, also auch organisatorisch bertrachtet ein guter Zeitpunkt aufzuhören. Grob überschlagen bin ich in einem Monat etwa 550km gegangen und das mit ~14kg Gepäck, was eindeutig zu viel ist. Das nächste Mal wirds leichter ausfallen müssen, falls es ein nächstes Mal gibt. Der Weg ist mir teilweise doch ein bisschen zu katholisch. In so vielen Krichen wie in dem einen Monat war ich davor zusammengenommen in meinem ganzen Leben nicht gewesen.

So, und wie komme ich jetzt heim? In Cluny gib es keinen Bahnhof mehr, die Touri-Info hat Mittagspause. Die nächstgrößere Stadt ist Mâcon. Der nächste Bus fährt erst in 2 Stdunden. Also Daumen raus und trampen. Keine 10 min später sitze ich bei einem Herrn mittleren Alters im Auto auf der Schnellstraße nach Mâcon. Er ist so nett und fährt mich direkt zum Bahnhof.

Dort frage ich nach einer „cheapen“ Verbindung nach Stuttgart. Heute nicht mehr, erst morgen wieder für 144€. Okay, dann erst mal nach Dijon und von dort aus evtl. mit einem günstigeren Städtebus nach Stuttgart. Nach Dijon komme ich mit dem Zug. Der Städtebus ist schon am Vormittag gefahren, der nächste fährt erst wieder am Freitag, klärt mich Jan per SMS auf, den ich um Recherche-Unterstützung gebeten habe.

Also frage ich in Dijon nochmal nach einer Verbindung nach Stuttgart für heute. Es gibt eine und ich kaufe mir ein Ticket, auch wenn es noch teurer ist, als die Fahrt für morgen. Ich will jetzt heim und nicht noch eine Nacht in Dijon verbringen!

BILD4202Mit dem TGV nach Freiburg, wo sich die schönsten Wolkenberge präsentieren, dem IC nach Karlsruhe und der RE nach Stuttgart. Dort holt mich Jan um 1 Uhr Nachts am Bahnhof ab.

Juhu, ich bin wieder da!

31. Tag; So. 14. September 2014: St-Gengoux-le-National – Taize; ~15km

Kurz vor 8 Uhr kam die Frau der Unterkunft und richtete im pink/rosa Herzchenschlafanzug das Frühstück für mich. Abrechnen würde sie auch gerne gleich, gibt sie mir mit reibendem Daumen auf Zeigefinger zu vertstehen. Das macht dann 45,-€. Genauer gesagt mein Budegt für 3 Tage für eine Übernachtung und Frühstück.

So geht’s wenn man sich nicht vorher nochmal nach dem Preis erkundigt. Naja, zumindest waren die Nächte davor günstiger ausgefallen, dann gleicht es sich wieder etwas aus.

Wieder auf dem Weg schriebt der Reiseführer heute geht man am besten entlang der Voie Verte (übersetzt „grüne Trasse“), eine ehemalige Zuglinie, die nun als Fahrras-, Skate- und Wanderweg dient, um auf dem Weg nach Cluny in Taize vorbeizukommen. Die Strecke sollte entsprechend auf glattem Asphalt, eben und ziemlich gradlining nach Cluny führen. Eine weitere Wegbeschreibung sei daher nicht notwendig.

Als ich der Muschel folge stelle ich daher irgendwann für mich fest, dass ich falsch sein muss, den ich bin gerade dabei einem steinigen Feldweg bergauf zu folgen. Sch…! Ich habe muschelfixiert den Wanderweg und nicht die Alternativroute einggeschlagen. Naja, wer weiß wofür es gut ist. Zumindest ist der Weg schöner und ansprechender als Stundenlang geradeaus zu gehen.

Als ich an ein Schild komme, dass nach Taize weißt, komme ich der Verzweiflung allerdings doch etwas näher. Mein Veralteter Reiseführer behauptet nämlich, dass der Jakobsweg nicht an Taize vorbeiführt und hat gerade deswegen die Voie Verte angegeben. Jetzt werd ich hier im Zickzack zurück auf den anderen Weg geführt. Meine Füße schmerzen und ich hab noch gernügend km vor mir, jetzt reichts „was soll denn der Scheiß?“!

Mit den Nerven am Ende komme ich Mittags in Taize an. Zuvor völlig allein unterwgs, traf ich hier auf eine Menschenmasse. Wo bin ich denn hier gelandet? Und alle sprechen deutsch. Ein netter Mann am Empfang fragt mich, ob ich denn bleiben würde. Da hätte cih natürlich nichts dagegen, wenn es denn möglich wäre nur eine Nacht zu blieben statt einer ganzen Woche und in meinem Budget liegt. Es ist möglich und bei 10 € mit Vollverpflegung liegt es auch im Budget. Also gut, ich bleibe hier. Mittagessen gibt’s auch gleich; Kartoffelbrei mit Reibekäse drüber, ein Apfel und ein Keks. Ein Deuschter junger Mann grüßt mich beim Schlagestehen mit „Ola“, hält mich wohl aufgrund meiner Bräune für eine Spanierien. Hab nichts getan, um dass Missverständnis auszuklären und antworte nur mit einem Lächeln 🙂

Bei der Zimmerverteilung finde ich mich bei den Jugendlichen (bis 29 Jahre) wieder; auch recht. Lande in einem ~12 qm Barackenzimmer mit 3 Stockbetten und 5 anderen Mädels. Es geht recht schnell und ich bin „die die den Jakobsweg geht“. Um 20:30Uhr findet die Abendandacht statt und meine Zimmergenossinnen freuen sich alle, dass ich hier bin und den Zauber von Taize erleben kann. Ob ich denn schon mal an einer taizeische Andacht teilgenommen habe? Nein. Also, damit ich mich nicht wundere (denn in der Kirchewird nicht gesprochen, deswegen vorher schon mal die Aufklärung), erst wird gesungen und dann folgen 10min Stille.

Die Kirche ist voll hier mangelt es nicht an Nachwuchs, das Gebäude erinnert mehr an eine Turnhalle als an eine Kirche. Das Licht ist gedämmt, vorne brennen zig Kerzen, im Mittelgang sitzen die Brüder, links und rechts davon – auf dem Boden – die Besucher. Die für Taize berühmten Glocken schlagen Minutenlang, dann setzt der Gesang ein. Die Atmosphäre ist wirklich schön und es wundert mich nicht, dass es so viele hier her zeiht. Es folgt ein Lied nach dem anderen, dann ein Psalm, der auf drei verschiedenen Sprachen rezitiert wird, die angeünditgten 10min Stille und dann wieder Lieder. Um 22:00Uhr haben zwar schon einige den Raum verlassen, andere singen aber immer noch, ich gehe jetzt auch mal, nachher singen die noch die ganze Nacht durch. Später klärt man mich auf, dass es durchaus schon vorgekommen sein, dass die Nacht durchgesungen wurde.

 

30. Tag; Sa. 13. September 2014: Moroges – St-Gengoux-le-National; ~18km

Herr Dureault hat mich noch bei sich zum Frühstücken eingeladen. Er hat für mich die nächste Übernachtung in St-Gengoux-le-National gebucht.

So alleine unterwegs komme ich mir wieder selbst etwas näher. Die Gedanken kommen und gehen und gehe so vor mich hin. Am Ziel angekommen kann ich den Luxus eines richtigen Zimmers mit Doppelbett kaum glauben und naiv und vertrauensvoll frag ich nicht mal nach dem Preis meiner Unterkunft die mir Herr D. vermittelt hat.

 

29. Tag; Fr. 12. September 2014: Fontaines – Moroges; ~22km

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Der Weg verlief über zwei „Berge“ mit tollen Ausblicken. Auf dem Weg bin ich ganz alleine, ich begegne kaum jemanden. An einer Stelle gibt es einen Rastplatz mit Aussicht über’s ganze Tal. Hier wacht eine Marienstatue über das Wohl der darunterliegenden Dörfer.

In Moroge bin ich bei einem Herrn Dureault untergekommen. Ich denke er ist hier der Bürgermeister. Zumindet kann ich hier in einem Gemeinschaftsraum schlafen und die Toilette der Schule benutzen.

28. Tag; Do. 11. September 2014: Beaune – Chagny / Fontaines; ~20km

Heute morgen gab’s noch vor dem Frühstück eine Verankerungsübung mit B. audio-mäßig angeleitet über’s Smartphone. Als heller Lichtpunkt, den man selbst aus dem All noch erkennen kann, geht’s „erleuchtet“ zum Frühstück und später die letzten paar gemeinsamen Schritte in die Altstadt. Hier trennen sich unsere Wege und ich könnte mir gut vorstellen zu tauschen, d.h. B. weitergehen zu lassen und selbst heimzufahren.

Heut war der dritte Tag durch die Weinberge, in denen nun einiges los ist, da die Weinlese beginnt. An einem Stück wird machinell geerntet während an anderen Stellen eifrige Menschengrüppchen aktiv sind.

Das Etappenziel auf dem Plan ist Chagny, meine Unterkunft befindet sich allerdings 5-6km weiter in Fontaines. Man kann dort theoretisch schön am Fluss entlang hinlaufen. Meinen Füßen hat’s nach 20km jedoch auch schon gereicht und so beschloss ich lieb zu mir zu sein und das letzte Stück von Chagny mit dem Zug nach Fontaines zu fahren.

Nette nette Mann, der mich dort empfing sprach weder englisch noch deutsch und immer noch kein französisch. Tja, irgendwie klappt’s trotzdem immer sich zu verständigen. Für den nächsten Tag hat er mir eine Karte kopiert, um zurück auf den Jakobswegs zu finden, ohne zurück fahren zu müssen. Und eine Unterkunft in Moroges für den nächsten Tag hat er mir auch noch organisiert.

Die Strecke hatte wieder etwas mehr Höhenmeter, dafür auch wunderbare Ausblicke.

 

27. Tag; Mi. 10. September 2014: Nuits-St-Georges – Beaune; ~20km

Ruck zuck sind 10 Tage vergangen, dass bedeutet heute ist B.s letzter Tag. Die Sonne scheint, wir laufen durch die Weinberge, reden und erfreuen uns des Lebens. Beim Chateau von Aloxe Corton beschließen wir mal rein zu schauen, ist schließlich die letzte Gelegenheit für eine Weinprobe. Und die haben wir dann auch bekommen. Der erste Weißwein (Ladoix) war der beste, die Rotweine waren leider nicht ganz nach unserem Geschmack.

Fröhlich ging’s dann weiter durch das Traubenmeer bis Beaune. Dort kamen wir bei einem Paar unter, die dem dortigen Verein der Pilgerfreunde (oder so in der Art) angehören, selbst immer mal wieder unterwegs sind und deswegen auch gerne Leute aufnehmen.

Die zwei waren super nett und sympatisch und so hatten wir einen schönen letzten gemeinsamen Abend, an dem wir auch noch in den Genuß kamen Kir zu trinken. B. kannte das schon, hatte mir davon vorgeschwärmt und ich hatte mir gewünscht, so was auch noch zu probieren und schwupps, schon wird mein Wunsch erfüllt. Kir ist eine Mischung von Casis-Likör mit Aligato (einem bestimmten Weißwein). Sehr süffig und lecker als Apperitif.

26. Tag; Di. 9. September 2014: Grange de Saule – Nuits-St-Georges; ~21km

Nach einerm gemeinsamen Frühstück brachen wir wieder Pärchenweise auf. Heute war es eher bewölkt, was mir nur recht war. Nur nass werden wollte ich nicht unbedingt. Wir haben schon vereinzelte Regentropfen abbekommen, als wir an ein Waldstück kamen.

Kaum hatten wir den Wald betreten, fing es an zu regnen. Man hörte das prasseln der Tropfen auf den Blättern und wandelte dennoch trockenen Hauptes durch den Wald. Perfektes Timing würd ich mal behaupten, dann als wir das Waldstück wieder vierließen hatte es bereits wieder aufgehört.

Mit Vougeot erreichten wir die Weingegend. Hier gibt es ein altes Chateau, das vor langer, langer Zeit von Mönchen bewirtschaftet wurde heute kann man es besichtigen. B. und ich gingen hin – ich in der Hoffnung auf ein WC (wurde fündig) und allgemeiner Neugier. Wir überlegten und eine Besichtigung zu machen und entschieden uns aus finfnziellen Gründen dagegen. Was auch immer die Dame an der Kasse dazu bewegt hat ist uns nicht bekannt, jedenfalls meinte sie spontan, wir könnten auch so rein und gibt uns zwei deutsche Infoblätter mit.

Kaum machen wir uns auf den Weg das Gut zu besichtigen, fängt es wieder an wie aus Kübeln zu schütten. Während sich also die Himmelsschleusen öffnen, schauen wir uns staunend die gigantischen Weinpressen etc. an. Als wir fertig sind und weiter gehen, hat es natürlich aufgehört zu regnen 🙂

Von hier aus geht’s durch die Weinberge und die Erkenntnis der Tages lautet:

„Man kann mehr als einmal am Tag Glück haben!“.

25. Tag; Mo. 8. September 2014: La Bussiere – Grange de Saule; ~30km

Die Nacht war weniger erholsam gewesen, da wir Nervtötende Stechmücken im Zimmer hatten. Also ging’s nach dem Frühstück leicht gerädert gemeinsam mit B. weiter. Unser heutiges Ziel war eine Pilgerherberge Namens Grange de Saule, ganze 30km entfernt.

Die Strecke verlief die Hälfte des Tages an der Saone und dem Kanal entlang. Meine Hoffnung eines der Boote / Schiffe würde uns ein Stück mitnehmen würde nicht erfüllt. Stattdessen ging’s recht lang schnurgerade aus auf aspahltierten Radwegen oder Feldwegen. Die andere Hälfte verlief auf Landtsraße und Feldwegen in der prallen Sonne ohne Schatten. Erst als die Sonne bereits wieder etwas nachließ, ging es noch ein Stückchen durch den Wald.

Meine Füße waren wenig begeistert von der Anzahl der km und schmerzten immer mehr. B. war noch etwas fitter (sie hat eben auch einen leichteren Rucksack) und keine Lust alle 10 min stehen zu blieben. Sie ging also schon mal weiter und ich schneckte – mit vielen Pausen – hinterher.

Wenn sich jeder Schritt wie 100 Nadestiche anfühlt und schmerzt, hat man definitiv die eigene Grenze erreicht. Es ist erstaunlich wie lange der Körper sich vom Geist davon überzeugen lässt, dass es dennoch nötig ist, weiter zu gehen.

Die letzten 3-4km verlaufen am Straßenrand einer stärker frequentierten Straße. La la la, ein Schritt vor den anderen. Irgendwann kommt mir ein Auto entgegen, aus dem mir durch das offene Fenster jemand zuwinkt. B. kam mir mit unsrem Gastgeber entgegen und die beiden erlösen mich und ersparen mit die letzten 2-3km.

Was für ein Empfang! Zur feier des Tages gibt es einen Sektempfang. B. ist die 1.000 Pilgerin in dieser Herberge und das wird gefeiert. E.& G. sind auch da (und nur deshalb war B. die 1.000-ste!). Das Hotel, dass sie gebucht hatten, hatten sie geschlossen vorhefunden und so haben sie sich kurzerhand dazu entschieden sich ein Taxi zu nehmen und auch herzukommen, da sie wussten, dass wir auch hier sein würden und davon ausgingen auch noch ein Plätzchen zu bekommen.

Und so wurde es abermals ein netter Abend in trauter Runde. F. der Gründer der Herberge war 9 Monate auf dem Jakobsweg unterwegs gewesen und hat nach seiner Rückkehr die Herberge gegründet.

24. Tag; So. 7. September 2014: Moissey – La Bussiere; ~18km

Als ich am Morgen aufwachte blieb ich noch ein bisschen liegen. Ich ersckrak, als ich etwas in meine Richtung gallopieren hörte (vermutlich ein Reh). Ich fürchtete es würde mich nicht rechtzeitig sehen und über mich drüberrennen, da ich hinter einer leichten Kuppe lag. Hat es aber doch, denn es drehte noch rechtzeitig ab.

Auf der Strecke lag Mont Roland mit der Klosterkirche Notre Dame du Mont. In meinem (veralteten) Reiseführer steht dazu, dass um 11:15Uhr Eucharasie stattfindet. Ich errechte die Kirche zwar wieder gerade rechtzeitig, aber von Mönchen, Nonnen oder sonstigen Glaubensanhängern felhte jede Spur. Die Kirche war leer, das Kloster wurde in der Zwischenzeit geschlossen. Sonntagsausflügler gibt es hier jedoch zu hauf, vor allen Dingen Jogger und Spaziergänger.

La Bussiere erreichte ich schon recht früh (15Uhr). Der Sohn spach zum Glück Englisch und konnte mir zeigen wo alles ist, da seine Eltern sich sonst um die Pilger*innen kümmern, aber gerade unterwegs waren. La Bussiere ist übrigens keine Ortschaft, sondern ein Bio-Bauernhof, der Pilgernden eine Übernachtungsmöglichkeit anbietet. Interessanterweise fanden wir an der Garage einen auf deutsch verfassten Willkommensbrief, der wie sich herausstellte von der FÖJ-lerin verfasst wurde. Hier gibt es jedes Jahr zwei FÖJ-ler*innen aus Deutschland.

Eine echte Abwechslung zum Baquette gab’s dann auch, denn hier gab es VOLLKORNBROT!!!

23. Tag; Sa. 6. September 2014: Marnay – Moissey; ~30km

Geweckt hat mich B. und zwar mit der Frage, was ich gern zum Frühstück hätte, sie würde zum Bäcker gehen. Hä? Bin noch gar nicht richtig wach und auf meine verschlafene Antwort „ein Schoko-Crossoin“ erklärt mir B. arumentativ nachvollziehbar, dass es viel sinnvoller wäre sich ein Baquette zu teilen. Okay, gerne auch ein Baquette, aber warum weckst du mich, um mich zu fragen was ich möchte, wenn du die richtige Antwort eigentlich schon besser kennst als ich?!?

Als ich mich aus dem Klappbett pelle, von dem ich bestimmt überall am Körper Federabdruckstellen habe, ist B. schon fleißig am Frühstück richten. Jetzt finde ich es natürlich toll, so eine engagierte Weggefährtin zu haben, die sich so lieb um mich künnert und weiß das auch durchaus zu schätzen.

Aufbruchbereit verlassen B. und ich den Turm und trennen uns kurze Zeit später doch, da ich sehe, dass die Touri-Info schon offen ist und ich noch gerne kurz den Internetzugang nutzen möchte. Die junge Frau, die uns dort gestern schon begrüßt hat fragt mich kurze Zeit später, ob ich gerne einen Kaffee hätte. DANKE! Und so komme ich auch heute früh noch unverhofft zu einem Kaffee (zwar eine Instant-Variante, aber in der Not …).

Gegen Mittag komme ich an der Abbey d‘ Acey, wo um 12:15Uhr eine kurze Andacht stattfindet, für die die anderen so früh aufgestanden und losgegangen sind. Ich komme „just in time“ dort an und wie schon in Bellemagny (allerdings in besserer allgemeiner Verfassung) steigen mir bei dem Gesang der Mönche die Tränen auf. Merkwürdige Sache!

Danach mach ich erst mal Mittagspause im Park. B., die natürlich auch schon dort war, schließt sich an und bricht recht schnell wieder auf. Ich gehe mit und bleibe bald zurück, um doch noch ein bisschen Siesta im Schatten eines Baumes zu machen. Es ist nämlich knalle heiß, die Sonne sticht herab was das Zeug hällt und die Strecke verläuft schattenlos entlang kleiner Landstraßen auf dem Asphalt – viel zu heiß!

Zudem hab ich für diese Nacht keine Unterkunft, das heißt auch kein Tagesziel und daher auch keine Eile. Unterwegs bin ich dann doch noch ziemlich lange, da ich so weit laufen muss, um zum einen nochmal durch ein Dorf zu kommen, wo ich meine Wasserflache auffüllen kann und danach noch mal weiter, bis ich wieder im Wald bin.

Nach Moissey ging’s in den Wals, die Sonne begann gerade unterzugehen als ich nach einem geeigneten Schlafplätzchen ausschau hielt. Ich ging einen wenig genutzten Querweg hinauf. Oben kam gerade ein Fuchs durch den lichten Laubwald in meine Richtung. Ich blieb stehen und er auch, er setzte sich, sah sich um und blieb eine ganze Weile einfach sie sitzen, bis ich mich umdrehte um seinen Weg nicht zu kreuzen, da machte er kehrt und lief zurück woher er gekommen war.

Ich ging ein Stück in den Wald hinein, sodass man mich nicht gleich von Weg aus sehen würde. Ich fand ein Plätzchen unter einem Ast, auf lockerem Laubboden. Ich bat die Steckmücken und Zecken mich zu „verschonen“ und versuchte zu schlafen. Da es erst ca. 20:30Uhr war hat es eine Weile gedauert, aber was macht man denn sonst um die Uhrzeit im dunklen Wald?

 

 

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