Mit´m Rad nach Italien

Der Grund:     Ein 72h Permakultur-Design-Kurs

Die Idee:         Ökologisch reisen mit dem Fahrrad

Der Weg:        von München nach Umbertide, Italien

über´n Brenner > ~950 km,   Höhenmeter > keine Ahnung, aber ziemlich viele   ;o)

Eigentlich war heute am 10. August 2009 die planmäßige Abfahrt. Aber wegen schlechten Wetters und guter Hoffnung auf Besserung wurde sie um einen Tag auf morgen verschoben.

1.Tag,  11.August. 2009

München – Achenwald 106 km, 1038 hm

Grenze zu Österreich

Um 8:45Uhr war Abfahrt in Muenchen. Karin hat mich bis zur Isar begleitet. Meinen Mitfarhrer Max hab ich an der Eisenbahnbrücke in Grosshesselohe getroffen. Am Anfang hat’s noch etwas geregnet. Doch meiner Regenbekleidung konnte ich mich bereits am Treffpunkt entledigen.

Schon ziemlich am Anfang kamen wir von unserer Route ab und sind ziemlich abenteuerlich einen kleinen Trampelpfad im Wald entlang gefahren (voll bepackt). Wir fanden wieder zurück auf die eigentliche Route und überquerten die Grenze nach Österreich. Nach 7h reiner Fahrtzeit fing mein Knie an sich zu beschweren und so hielten wir Ausschau nach einem geeigneten Schlafplatz. Kurz nach Achenwald haben wir dafür eine geeignete Stelle mitten im Wald gefunden. Dort schlug ich mein Zelt und Max seine Plane auf.

2.Tag,  12.August. 2009

Achenwald – Patsch 72,11 km , 942 hm

Als ich am Morgen alles zusammengepackt hatte und mein treues Gefährt beladen wollte mPlatter Reifen :o(usste ich mit Entsetzen feststellen, dass ich einen Platten hatte. SCHEISSE!!!! Ich hatte noch nie einen Platten und dementsprechend naiv auch keinerlei Flickzeug bei mir. Zum Glück hatte ich ja einen kompetenten Begleiter; Max war voll ausgerüstet! Und so flickten wir mitten im Wald meinen Schlauch. In der nächsten Ortschaft kaufte ich einen Erstatzschlauch und gleich einen neuen Hinterreifen noch dazu.

Nach dem Frühstück auf einer Parkbank mit Blick auf den See wechselten wir meinen Reifen. Wir kamen bis nach Patsch, wo wir uns ein Zimmer in einer Pension und vor allen Dingen eine Dusche leisteten.

3.Tag, 13.August 2009

Patsch – Atzwang 107,65 km, 1048 hm

Brenner

Nach einem guten Frühstück widmeten wir uns frisch gestärkt der Überwindung des Brenners. Es ging erstaunlich gut,  leichter als erwartet. Nach der Fahrerei bergauf war es natürlich eine schöne Belohnung sich bis nach Sterzing rollen zu lassen, wo wir unser erstes italienisches Eis genossen. Auf der Suche nach einem Schlafplatz hatten wir zwischen Fluss, Autobahn und Steilhängen schlechte Karten. Letzendlich fragten wir den Wirt einer Radstation, ob wir bei ihm campen dürften. Netterweise hatte der nichts dagegen und so schlug ich mein Zelt zwischen den Bierbänken im Garten auf. Nebendran war eine Schweine- und Ziegenweide und ein paar Meter über uns verlief die Autobahn.

4.Tag, 14.August 2009

Atzwang – Torbole 141,65 km, 569 hm

Lago di Garda

Nachdem wir an den vorangegangenen Tagen zuerst der Isar und dann dem Inn gefolgt sind fuhren wir heute an der Etsch entlang. Mit dem kleinen entscheidenden Unterschied, dass wir diesmal in Flussrichtung fuhren und nicht gegen den Strom. Anstrengend war es dennoch, da man auf der Ebene immer tribbeln musste. Die Landschaft war recht monoton; auf der einen Seite die Etsch auf der anderen Seite Apfleplantagen, soweit das Auge reicht ( okay zwischendrin war auch ein bisschen Wein zu finden ).  Nach 8:28h reiner Fahrtzeit und einem kleinen Umweg (da verfahren) kamen wir in Torbole am Gardasee an. Glücklicherweise fanden wir einen Campingplatz, der noch ein Plätzchen für uns frei hatte. Nach einer herrlich erfrischenden Dusche, holten wir uns eine wohlverdiente Pizza und ein kühles Corona ;o)

5.Tag, 15.August 2009

Torbole – Verona 81,45 km, 456 hm

Julia's Balkon in Verona

Wirklich ausschlafen konnten wir auf dem Campingplatz leider nicht, da schon sehr früh die “Camper” an uns vorbei liefen und die sanitären Anlagen mit Hochdruck gereinigt wurden.

Also machten wir uns auf den Weg, so schnell wie möglich raus aus Torbole, dass vor lauter Touristen überzuquillen schien. Leider gab es ab Torbole keinen Radweg mehr und so fuhren wir bis auf sporadische Ausnahmen ausschliesslich auf der Strasse. Streckenweise kam ich mir wie ein Karnickel auf der Flucht vor. In Verona fanden wir mit Hilfe von Passanten ein schönes Hostel.

6.Tag, 16.August 2009

Verona , die Stadt von Romeo + Julia

Ich entschied mich einen Tag in Verona dran zu hängen, um meinem Po eine Auszeit zu gönnen und die Stadt zu besichtigen. Für Max war es heute an der Zeit den Zug zurück in die Heimat zu besteigen, da er am Montag wieder in der Arbeit antreten muss.

Insgesamt haben wir bis hierher 508 km und 4053 hm zurück gelegt.

7.Tag, 17 August 2009

Verona – Campotto , ~ 138 km (ab jetzt sind die km-Angaben nachträglich berechnet, da ich keinenTacho habe )

Mein erster Tag alleine „on the Road“ hat mich bis nach Campotto geführt. Einer kleiner Ort, den ich nie angefahren wäre, hätte ich dort nicht ein Hostel in Aussicht gehabt. Bei meiner Ankunft, hatte ich erstmal mit den Sprachbarrieren zu kämpfen, da das Personal in dem „interational Hostel“ kein Englisch sprach und ich kein Italienisch. Zuerst wollte man mich abweisen, da es an Bettwäsche mangelte. Nachdem ich klargemacht hatte, dass mir dass egal sei und ich lediglich einen Platz zum schlafen brauche und vor allen Dingen keine Kraft mehr gehabt hättte um weiter zu fahren, durfte ich bleiben.

8.Tag, 18.August 2009

Campotto – Santa Sofia, ~104 km

Nach dem Frühstück im Hostel, dass aus Kaffee, Keksen und Zwieback mit Marmelade bestand schwang ich mich wieder in den Sattel. Die Landschaft wurde wieder hügeliger und die Fahrt entsprechend anstrengend. Santa Sofia liegt von Hügeln abgegrenzt im Tal und hat ein Hostel aufzuweisen. Womit ich nicht gerechnet hatte, war die lokale Feier die im Hinterhof des Hostels statt fand und der dadurch entstandene Bettenmangel. Ich musste mir deshalb ein „teures“ Einzelzimmer nehmen und hatte die Party genau unter meinem Zimmerfenster (und dabei wollte ich doch nur noch schlafen).

9.Tag, 19. August 2009

Santa Sofia – Cortona , ~134 km

Um von SantPasso dei Mandriolia Sofia nach Cortona zu kommen musste ich zwei Pässe nacheinander bezwingen, die für mein Empfinden schlimmer als die Alpenüberquerung war. „Am Paso dei Mandrioli“ (1173 Höhe)  führte die Strasse 10km Serpentinen am Berg entlang in die Höhe. Ich hatte ziemlich mit meiner Motivation zu kämpfen und fand die Vorstellung mein Geraffel auf eine Pick-up-Ladefläche zu werfen sehr verlockend. Aber letztlich bin ich doch aus eigener Kraft bis nach Cortona gefahren. Cortona gab mir dann noch den Rest, da das Städchen auf einem Hügel über der Ebene liegt und das Hostel nicht noch weiter oben hätte sein können ;o)

10.Tag, 20.August 2009

Sonnenuntergang bei Cortona

Cortona

Ich war schlicht und ergreifend so ausgepowert, dass ich mich entschied eine Nacht länger zu bleiben. Ich verschlief den halben Tag und stärkte mich mit orginal italienischer Pizza und natürlich Eis.

11.Tag, 21.August 2009

Cortona – Casa Pervinca bei Umbertide , ~ 61 km

Casa Pervinca

Von Cortona bis Umbertide war es eigentlich nicht mehr weit. Doch durch mangelnde Wegweiser verpasste ich die direkte Strasse und landete letztendlich doch noch auf einer ausgebauten Schnellstrasse. Der absolute Horror und schlicht und ergreifend DÄMLICH!!!! Aber nun war ich auf der Strasse und konnte nicht raus und umdrehen wäre auch nicht förderlich gewesen. An einer Haltebucht waren Polizisten gerade dabei einen LKW zu kontrollieren. Sie haben mir klar gemacht, dass es nicht erlaubt sei, diese Strasse mit dem Fahrrad zu befahren. Sie haben ein Auge zugedrückt und mir nahegelegt bis zur nächsten Ausfahrt weiter zu radeln und dann runter zu fahren. In Umbertide besorgte ich mir etwas Proviant, nachdem klar war, dass ich noch zwei Tage alleine am Seminarort sein werde, bis die Gastgeberin kommt. Dann ging’s ein letztes mal 7 km Serpentinen den Berg rauf, bis ich am Paradies angekommen war.

22. August – 13. September 2009

Die erste Woche hab ich mit geholfen das Gelände für das Seminar vor zu bereiten. Dann folgten 2 intensive Seminarwochen und am Samstag , den 12. September fuhr ich inkl. Fahrrad mit einem Seminarteilnehmer die Nacht durch nach Leonberg, von wo aus ich mit dem Zug weiter fuhr und das letzte Stückchen mit dem Rad nach Hause fuhr.

Insgesamt habe ich ~ 930 km zurück gelegt. Damit ist eine schöne Reise zu ENDE

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