16.09.2014

Jakobsweg: Marnay – Moissey

23. Tag; Sa. 6. September 2014: Marnay – Moissey; ~30km

Geweckt hat mich B. und zwar mit der Frage, was ich gern zum Frühstück hätte, sie würde zum Bäcker gehen. Hä? Bin noch gar nicht richtig wach und auf meine verschlafene Antwort „ein Schoko-Crossoin“ erklärt mir B. arumentativ nachvollziehbar, dass es viel sinnvoller wäre sich ein Baquette zu teilen. Okay, gerne auch ein Baquette, aber warum weckst du mich, um mich zu fragen was ich möchte, wenn du die richtige Antwort eigentlich schon besser kennst als ich?!?

Als ich mich aus dem Klappbett pelle, von dem ich bestimmt überall am Körper Federabdruckstellen habe, ist B. schon fleißig am Frühstück richten. Jetzt finde ich es natürlich toll, so eine engagierte Weggefährtin zu haben, die sich so lieb um mich künnert und weiß das auch durchaus zu schätzen.

Aufbruchbereit verlassen B. und ich den Turm und trennen uns kurze Zeit später doch, da ich sehe, dass die Touri-Info schon offen ist und ich noch gerne kurz den Internetzugang nutzen möchte. Die junge Frau, die uns dort gestern schon begrüßt hat fragt mich kurze Zeit später, ob ich gerne einen Kaffee hätte. DANKE! Und so komme ich auch heute früh noch unverhofft zu einem Kaffee (zwar eine Instant-Variante, aber in der Not …).

Gegen Mittag komme ich an der Abbey d‘ Acey, wo um 12:15Uhr eine kurze Andacht stattfindet, für die die anderen so früh aufgestanden und losgegangen sind. Ich komme „just in time“ dort an und wie schon in Bellemagny (allerdings in besserer allgemeiner Verfassung) steigen mir bei dem Gesang der Mönche die Tränen auf. Merkwürdige Sache!

Danach mach ich erst mal Mittagspause im Park. B., die natürlich auch schon dort war, schließt sich an und bricht recht schnell wieder auf. Ich gehe mit und bleibe bald zurück, um doch noch ein bisschen Siesta im Schatten eines Baumes zu machen. Es ist nämlich knalle heiß, die Sonne sticht herab was das Zeug hällt und die Strecke verläuft schattenlos entlang kleiner Landstraßen auf dem Asphalt – viel zu heiß!

Zudem hab ich für diese Nacht keine Unterkunft, das heißt auch kein Tagesziel und daher auch keine Eile. Unterwegs bin ich dann doch noch ziemlich lange, da ich so weit laufen muss, um zum einen nochmal durch ein Dorf zu kommen, wo ich meine Wasserflache auffüllen kann und danach noch mal weiter, bis ich wieder im Wald bin.

Nach Moissey ging’s in den Wals, die Sonne begann gerade unterzugehen als ich nach einem geeigneten Schlafplätzchen ausschau hielt. Ich ging einen wenig genutzten Querweg hinauf. Oben kam gerade ein Fuchs durch den lichten Laubwald in meine Richtung. Ich blieb stehen und er auch, er setzte sich, sah sich um und blieb eine ganze Weile einfach sie sitzen, bis ich mich umdrehte um seinen Weg nicht zu kreuzen, da machte er kehrt und lief zurück woher er gekommen war.

Ich ging ein Stück in den Wald hinein, sodass man mich nicht gleich von Weg aus sehen würde. Ich fand ein Plätzchen unter einem Ast, auf lockerem Laubboden. Ich bat die Steckmücken und Zecken mich zu „verschonen“ und versuchte zu schlafen. Da es erst ca. 20:30Uhr war hat es eine Weile gedauert, aber was macht man denn sonst um die Uhrzeit im dunklen Wald?

 

 

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