22.08.2014

Jakobsweg: Esslingen – Rexingen

1. Tag; 15.08.2014: Esslingen – Neckartailfingen; 21km

Der Jakobsweg führt direkt durch Esslingen an der Haustür vorbei. Bis ich loskam war es allerdings schon etwa 12:00Uhr und es regnete leicht.

Nicht die besten Voraussetzungen, aber was soll’s. Los geht’s und zwar mit 16kg Gepäck auf dem Rücken. Nach etwa 6h Fußmarsch über Berkheim, Denkendorf, Lindenhöfe und Hardt kam ich mit schmerzenden Füßen in Neckartailfingen an, wo ich für die Nacht eine Couchsurfing-Übernachtungsmöglichkeit organisiert hatte.

Mein erstes Mal Couchsurfing wohlgemerkt und es war super. Für meinen “Host” (Gastgeber) war ich auch der erste Gast und es war wirklich angenehm und nett.

Unglaublich wie viel Gastfreundschaft und Offenheit ich an diesem ersten Abend erfahren durfte und ich bin wirklich dankbar für diese freundliche Aufnahme.

 

2. Tag; 16.08.2014: Neckarteilfingen – Tübingen; ~24km

Kaum hatte ich nach einem Frühstück das Haus verlassen und war ein paar Schritte gegangen find es an zu tröpfeln. Also Rucksack runter, Regenjacke anziehen und Regenhülle über den Rucksack und weiter.

Eine Straße weiter schüttete es nun wie aus Kübeln. Unter diesen Umständen ist es besser etwas zu verharren, also blieb ich unter einem Baum Stehen, wo ein Fleckchen trocken geblieben war.

Nach ein paar Minuten höre ich ein Pfeifen. Ein junger Mann lädt mich zum Schutz vor dem Regen ein mich in der Garage unterzustellen.

Eine kleine Geste, die ich in der Situation doch sehr zu schätzen weiß!

Es dauert nicht lang, bis der Schauer wieder vorüberzieht und ich weiter. Über Schlaitdorf, Altenried, und Pliezhausen bis nach Einsiedel. Dort schmerzen meine Füße so sehr, dass ich beschließen den Weg nach Esslingen abzukürzen und direkt nach Tübingen zu laufen anstatt über Bebebhausen.

In der Jugendherberge ist leider alles ausgebucht. Der junge Mann an der Rezeption ist jedoch sehr hilfsbereit und ruft bei einer Bekannten an und fragt an, ob ich im Garten der Hausgemeinschaft zelten könnte.

Fünf Minuten später habe ich eine Wegbeschreibung zu besagter Wohngemeinschaft. Als ich dort ankomme und ein paar Worte gewechselt habe, bietet mir eine Bewohnerin das Zimmer ihres Mannes für die Nacht an, der Momentan im Urlaub ist.

 

3. Tag; 17.08.2014:  Tübingen – Liebfrauenhöhe; ~27km

Am Vortag hatte ich mir Streckenmäßig schon ziemlich viel zugemutet, deswegen wollte ich heute etwas rücksichtsvoller mit mir und vor allen dingen ggü. meinen Füßen sein. So kam es, dass ich komplett abseits des Jakosweges gegangen bin, der der Karte nach im Zickzack, sowie rauf und runter durch die Lande verkäuft.

In Hirschau sprach mich eine Frau an und fragte, ob ich den Jakobsweg ginge. Es stellte sich heraus, dass sie und ihr Mann selbst den Weg schon mehrfach ging und so lud sie mich kurzerhand zu sich ein.

Dort bekam ich eine Tasse Kaffee und Wanderkarten kamen auf den Tisch. Ich ließ mich beraten, wie ich am besten nach Liebfrauenhöhe käme und so entscied ich mich für den “Sebastian Blau”-Wanderweg der schön durch den Wald anstatt über die Felder und Dörfer führt. Wesentlich kürzer wurde der Weg deshalb nicht, aber ich bin mir sicher, dass es die schönere Strecke war. Die Karte bekam ich geschenkt zusammen mit dem ersten “Buen Camino” und einer echten Jakobsmuschel, damit man mich zukünftig auch als Jakobspilgerin erkennt.

Liebfrauenhöhe ist eine Schwesternschaft, die Pilger*innen aufnimmt und so hatte ich nach vorheriger telefonischer Absprache ein Zimmer für die Nacht, sowie ein Frühstück.

 

4. Tag; 18.08.2014 Liebfrauenhöhe – Rexingen; ~21km

Um 9:00Uhr ging ich los, es war bewölkt und windig, zum Wandern also sehr angenehm.

In Horb angekommen orientierte ich mich an einem Straßenschild, um den Weg nach Rexingen zu finden. Promt wurde ich von einem Mann angesprochen, der mich darauf hinwies, dass es dort kein Schild für den Jakobsweg gebe. Ich klärte ihn über mein Ziel auf, woraufhin er mir den Weg wies und mich noch ein Stück begleitete, um den richtigen Einstieg in den Waldweg zu finden.

In Rexingen wurde ich von Freunden aufgenommen. Dort  konnte ich mich etwas ausruhen, erholen und wurde bestens versorgt. Es war sehr schön wieder etwas Zeit mit vertrauteren Menschen zu verbringen. Wir hatten uns auch schon ein Weilchen nicht mehr gesehen und gesprochen und das Leben ja bekanntermaßen nicht anhält, war es schön sich auszutauschen.

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